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Elite-Förderung

Bildungsministerin Erdsiek-Rave zur Diskussion über Elite-Förderung

"Elite-Bewusstsein, Elite-Förderung bedeutet für mich, dass wir möglichst viele mit an die Spitze nehmen und das wir möglichst alle motivieren, das Bestmögliche zu leisten", betonte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (23. Januar) bei der Debatte des Schleswig-Holsteinischen Landtags über Elite-Förderung. Sie plädierte für ein Elite-Prinzip, das in der Schule nach den Möglichkeiten eines jeden Kindes Ausschau hält und dazu beiträgt, dass sich dessen individuelle Begabungen möglichst differenziert entwickeln. "Die Schulen in Schleswig-Holstein sollen Fordern und Fördern", unterstrich die Ministerin: "Hierher gehören selbstverständlich auch die Lernpläne, die seit diesem Schuljahr für überdurchschnittlich gute beziehungsweise für schwache Schülerinnen und Schüler geführt werden". Weitere Beispiele für besondere Förderangebote sind nach Erdsiek-Rave Fördernetzwerke für besonders begabte Schülerinnen und Schüler, Workshops für Kinder im Vorschulalter, Kindervorlesungen an den Hochschulen sowie Schülerstudienwochen an verschiedenen Forschungseinrichtungen. Zudem hätten Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe die Möglichkeit an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) an Vorlesungen und Übungen teilzunehmen. Laut Erdsiek-Rave wird im Herbst dieses Jahres ein Landesfachtag zum Thema "Hochbegabtenförderung" stattfinden. An der CAU werde zudem derzeit ein pädagogisch-psychologisches Beratungsangebot für Hochbegabte aufgebaut.


Mit Blick auf die Diskussion um Elite-Universitäten erklärte die Ministerin, von den amerikanischen Universitäten könne man lernen, dass für die Qualität der Hochschulen auch die Qualität der Studierenden maßgeblich sei. "Die Studentinnen und Studenten bringen Lernbereitschaft und Leistungswillen mit, sie haben neue Ideen, die sie unter anderem in Forschungsprojekte, Promotionsstudiengänge, in Graduiertenkollegs einbringen." Deshalb sollte an unseren Hochschulen dafür geworben werden, dass diese von ihrem Selbstauswahlrecht der Studierenden mehr Gebrauch machten als bisher. "Die Kultusministerkonferenz hat ein Modell zur Ausweitung dieses Rechts vorgelegt. Ich werbe dafür, dass die Bundesregierung dieses Thema in unserem Sinne abarbeitet", unterstrich Erdsiek-Rave. Aber auch die Lehrenden müssten davon überzeugt werden, dass dieser Aufwand tatsächlich lohne.


Schleswig-Holstein müsse den erfolgreichen Weg fortsetzen, der mit der Neuordnung der Hochschullandschaft, mit der Schwerpunktbildung der einzelnen Hochschulen, eingeschlagen worden sei. Die Ministerin: "Wenn jede einzelne Hochschule ihre Stärken erkennt, wenn sie Ihre Exzellenz ausbaut, wenn sie starke wissenschaftliche Einheiten bildet, dann wird sie wettbewerbs- und konkurrenzfähig sowie attraktiv sein". Erdsiek-Rave nannte in diesem Zusammenhang die Beispiele Medizin, Biotechnologie, Geschichte, Volkswirtschaft und die Meeresforschung. Gleichzeitig sei eine der Stärken die Vernetzung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Ministerin stellte fest: "Wenn es uns gelingt, Elite im Sinne von Profilierung zu verwirklichen und dafür seitens des Bundes und der Wirtschaft mehr Geld zur Verfügung gestellt wird, dann war diese Elite-Debatte wirklich fruchtbar."


Die Ministerin sprach sich aus Anlass der Debatte für eine konsequente Beibehaltung der gemeinsamen Forschungsförderung durch Bund und Länder aus: "Insbesondere unsere Leibniz-Institute Institut für Weltwirtschaft, Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften, Institut für Meereswissenschaften und das Forschungszentrum Borstel brauchen die Gemeinschaftsfinanzierung."


Quelle: Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein -23.01.2004


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